Echt. Knecht! Miteinander. Zukunft. Gestalten.

Themen

Meine Vision für Ludwigsburg:
Miteinander Zukunft gestalten.

Meine Vision für Ludwigsburg ist die einer vernetzten, modernen Stadt, die ihre Vorbildrolle sowohl als Hochschulstadt als auch auf vielen Gebieten der nachhaltigen Stadtentwicklung weiter ausbaut, wo die Menschen trotz unterschiedlicher Überzeugungen und Parteibücher gemeinsam Lösungen finden und Brücken bauen: Wohnungsbau, Wirtschaftsförderung und Arbeitsplatzsicherung, Mobilität für alle, eine sichere Stadt, Bildung vom Kindergarten bis zum Berufsleben, eine gute Betreuungssituation für Familien, das Aufgreifen der Bedürfnisse junger Menschen, bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt, das Kümmern um jene, die nicht mehr so können und auf Hilfe angewiesen sind sowie die Stärkung des, wie ich es nenne, Ludwigsburg Spirits, eines ehrlichen und offenen Miteinanders im Sinne der Stadt, sind meine zentralen Anliegen.

Einige zentrale Themen …

Was die thematischen Akzente betrifft, so gibt es viele Aufgaben, die es für Ludwigsburg anzugehen gilt. Ganz im Sinne einer unverzichtbaren Priorisierung möchte ich einige zentrale Themen herausgreifen, die die Menschen der Stadt, und vor allem der Stadtteile, die hier ein großes Ganzes bilden, aber doch auch von einem starken Eigenleben geprägt werden, gegenwärtig ganz besonders umtreiben:

Wohnungsbau

Ludwigsburg braucht quer durch alle Stadtteile dringend Wohnraum. Für Familien, für Alleinerziehende, für Studierende, aber auch für sozial Benachteiligte und ältere Menschen und nicht zuletzt für Fachkräfte, die hier von Firmen und Handwerksbetrieben dringend gebraucht werden. Längst ist ein Wettbewerb unter den Kommunen um kluge Köpfe entbrannt, die sich aussuchen können, wo sie arbeiten wollen. Dem müssen wir uns stellen. Dies umso mehr, als die Infrastruktur langsamer wächst als die Bevölkerung und die Wirtschaftsleistung. Vor diesem Hintergrund ist die Herausforderung „Wohnungsbau“ spürbar in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Dabei ist es mir ein Anliegen, dass wir nicht privates Engagement und Unternehmergeist zurückdrängen, sondern aktivieren und fördern. Gemeinsames privates Engagement und staatliches Wirken im Wohnungsbau – wir brauchen beides! Wohnungsbau durch städtisches Engagement und private Investoren ist von großer Bedeutung. Die Stadt soll weiter tätig werden, aber nicht gegen die Immobilienfirmen und Investoren, sondern im konstruktiven Miteinander. Hier kommt der Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH eine wichtige Rolle zu. Sie hat große Erfolge vorzuweisen wie das Modell „fair wohnen“. Enteignungen, über die wir neuerdings häufiger in der Zeitung lesen, sind für mich kein Mittel der Wahl. Preisgedämpfter und sozialer Wohnungsbau müssen auf die Menschen ausgerichtet werden, die ihn wirklich brauchen. Wohnungsbau braucht aber auch Grund und Boden. Diese Ressource ist, wie wir wissen, begrenzt. Ausbau der Dachgeschosse und Nachverdichtungen sind Ansatzpunkte. Zudem müssen wir neue Lösungen für kleinen Raum finden. In Ludwigsburg ist mit sogenannten „Cubes“ wie in der Bebenhäuser Straße ein erster Schritt getan worden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, innovative architektonische Lösungen auf kleinstem Raum zu schaffen, verschiedene Modulbauweisen oder Mikrowohnungen/-häuser sind denkbar. Mein Blick gilt Ökologie und Nachhaltigkeit. Nachhaltige Baumaterialien und Grün auf kleinem Raum sind zentrale Anliegen. Ich zähle auf die Eigentümer von Grundstücken, das Ludwigsburger Handwerk und die Architekten und Ingenieure der Stadt. Ich möchte gerne ein inspirierendes Klima für gute Lösungen schaffen und dabei durchaus auch offen sein für Ideen der Zukunft. Dazu braucht es zwingend Vernetzung. Ich bin gut vernetzt mit der Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart, die sich mit solchen Fragen gerade sehr explizit befasst. Genau 100 Jahre nachdem die europäische Architekten-Avantgarde in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung ihr damals radikales „Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen“ vorstellte, findet im Jahr 2027 wieder eine Internationale Bauausstellung (IBA) in der Region Stuttgart statt. Die „IBA 2027 StadtRegion Stuttgart“ soll ganz neue Antworten finden auf eine zentrale Frage: Wie leben, wohnen, arbeiten wir im digitalen und globalen Zeitalter? Hier treffen sich Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart und Wohnungsbau. Daran würde ich gerne mitwirken und Ludwigsburg positionieren.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Es gibt Themen, die so selbstverständlich sind, dass sie eigentlich nicht gesondert benannt werden müssen. Dazu gehören Klimawandel, Energiewende und achtsamer Umgang mit unserer Umwelt, mit natürlichen Ressourcen, die uns und den nachfolgenden Generationen das Leben in dieser Stadt und darüber hinaus ermöglichen. Dennoch sollen diese Themen näher beleuchtet werden, weil wir miteinander die richtigen Schlüsse ziehen und ohne weiteren Zeitverlust handeln müssen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob wir aus Sendungsbewusstsein oder einfach aus pragmatischen Erwägungen heraus handeln. Aber wir müssen handeln! Ludwigsburg ist bereits jetzt vielfach bei den Themen Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit engagiert. Dafür ist die Stadt auch ausgezeichnet worden, beispielsweise 2014 mit dem European Clean Energy Award in Monte Carlo. Was aber mehr zählt als Gold und Glanz ist, dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort mitgenommen werden. Umweltschutz beginnt bei jedem Einzelnen, im Haushalt, im Garten, bei der Nutzung von Fortbewegungsmitteln, beim Umgang mit Müll, bei der Wiederverwertung von Rohstoffen, bei der Auswahl der Bau- und Dämmstoffe, bei der Wahl der Heizmittel. Salopp gesprochen ist es besser, Solarzellen auf vielen Dächern zu haben als sich im Glanz von Auszeichnungen zu sonnen. Eine Bewegung, die vor allem die Frage nach angemessenen Lösungen für Umweltthemen umtreibt, ist die Fridays for Future-Bewegung. Hier können wir gut erleben, welche Anliegen die junge Generation hat. Dies ist eine große Chance des Problemlösens durch alle Generationen. Wir dürfen nicht das Schulschwänzen in den Vordergrund stellen, wir müssen die Bereitschaft zu gemeinsamen Handeln sehen. Dann können wir miteinander aktiv werden. Mit dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen von Paris und mit den europäischen Energie- und Klimazielen haben wir wichtige Leitlinien für unsere Umweltpolitik. Diese wurden 2018 im Rahmen der Klimakonferenz von Kattowitz weiterentwickelt. Diese Ziele auch als Stadt mit aller Konsequenz in den Blick zu nehmen, ist mir ein Anliegen. Es sind nicht zuletzt die einfachen, vor Ort erlebbaren Beispiele, die Ludwigsburg bei den Themen Umweltschutz und grüne Stadt voranbringen: Schaffung und Erhaltung von Grünanlagen und lebendigen Plätzen zum Verweilen, Reduzierung des Parksuchverkehrs, Radwege und Busanbindungen dort, wo sie Sinn machen und von den Menschen gebraucht werden, weitere „Unverpackt-Läden“ in der Stadt, die ein tolles Einkaufserlebnis mit Umweltschutz verbinden, Reduzierung von Müll durch Haushalte und Groß- und Einzelhandel, Reduzierung von Lärm und Abgasen, möglichst ohne Verbote, aber mit innovativen und kreativen Ideen für Verkehrsmittel und Verkehrsführung, Bauvorhaben unter Ausnutzung umweltgerechter Bau- und Dämmstoffe sowie zeitgemäße und zukunftsweisende energetische Konzepte. Dafür setze ich mich ein!

Mobilität

Mobilität ist eine der ganz zentralen Herausforderungen für Ludwigsburg. Mobilität ist dabei für mich viel mehr als BRT und Niederflurbahn. Mobilität, wie ich sie verstehe, ist integrierte und vernetzte Mobilität, die nicht an Parteibüchern und nicht an Dogmatik Halt macht, sondern diese überwindet und die gemeinsamen Ziele und Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Auch das geht nicht gegeneinander, schon gar nicht im Gegeneinander unterschiedlicher Verwaltungsebenen. Es geht nur miteinander. Das Thema nachhaltige Mobilität ist für Klimaschutz und Lebensqualität gleichermaßen von Bedeutung. Radwege, digitale Verkehrsleittechnik, neue Antriebsformen und Ausbau öffentlicher Personenbeförderung – all das gilt es gemeinsam zu denken und nicht gegeneinander. Vernetzte und integrierte Mobilität stehen für einen Facettenreichtum an Mobilitätsformen, für ein Miteinander an Verkehrsmitteln und kein Gegeneinander, für innovative Antriebsarten und Fortbewegungsmittel, für schnell erreichbare Verkehrsinformation und digitale Lösungen, aber auch für Förderung der Mobilität, die nicht auf den ersten Blick gesehen wird. Wir müssen hier als Stadt wach bleiben und dürfen die Trends nicht verschlafen. Wir dürfen uns aber auch nicht an die Spitze jeder Mode setzen. Auch das ist nicht sinnvoll. Mein Ansatz ist, genau hinzuhören, vor allem auch auf die Bedürfnisse junger Menschen, die oft gar kein Auto mehr besitzen wollen. Sie nutzen andere Möglichkeiten in den Städten und Ballungsräumen: Bus, Bahn, Carsharing, Shuttles, Fahrrad und einfach zu Fuß. Das ist oftmals das beste und schnellste Verkehrsmittel. Andere können auf ihr Auto keineswegs verzichten. Das müssen wir ebenso akzeptieren. Mobilitätseinschränkung darf nicht zu Exklusion führen. Wir müssen das Maß im Blick haben. Mobilität, wie ich sie für die Zukunft sehe, ist nicht so oder so. Sie ist so und so. Wir sollten bei alledem nicht vor allem mit Verboten aufwarten, sondern mit Anreizen für innovative Verkehrsmittel Ludwigsburg attraktiv gestalten und also Angebote machen. Wir dürfen nicht von oben herab wirken. Menschen denken nicht um, weil man sie dazu zwingt. Sie denken um, wenn sie etwas tun wollen. Wir erreichen die Menschen schlecht, wenn wir politischen Eifer entfachen, wir erreichen sie besser, wenn wir überzeugend punkten und sichtbar machen, dass es zu Fuß oder mit dem Fahrrad oft einfacher und günstiger ist in die Mitte der Stadt zu kommen. Die „Missionierung“ steht nicht an erster Stelle, oft ist Pragmatismus entscheidend. Das zeigen auch Studien und Analysen für Vorbildstädte wie Kopenhagen, wo nur sieben Prozent das Auto stehen lassen, weil es für die Umwelt gut ist, aber fast die Hälfte dies tut, weil es einfach schneller geht, ohne Auto in der Stadt mobil zu sein.

Das muss auch für die Verkehrsplanung in der Innenstadt gelten. Die einen werden wir erreichen, weil wir neue Räume mit Grün und Natur schaffen können, die anderen werden wir erreichen, weil die Lebensqualität steigt und die Einkaufsmöglichkeiten besser werden. Hierbei besteht eine große Chance, Umweltschutz, Einzelhandel und Restaurants zu vereinen und von einem Ziel zu überzeugen, von dem alle profitieren. Der Marktplatz damals und heute sollte allen Ansporn und Ziel sein!

Bildung und Betreuung

Bildung von der Kindertagesstätte über die Schule bis zu Lehre, Ausbildung und Studium ist für unsere Stadt von großer Wichtigkeit. Dabei darf Bildung aber nicht ohne Betreuung, ohne Vereinbarkeit von Familie und Beruf gedacht werden. Wir müssen dafür sorgen, dass jedem Menschen in Ludwigsburg die für ihn individuell passende Bildung zu Teil wird. Bildung darf nicht an sozialen Grenzen Halt machen, sie muss diese überwinden. Bildung ist aber auch nicht immer Abitur, Hochschule und Universität. Bildung kann, darf und soll auch zu anderen Schulabschlüssen und zur Lehre im Handwerk oder zur Ausbildung im Mittelstand führen. Mittelstand und Handwerk sind für Ludwigsburg von größter Bedeutung. Ludwigsburg braucht alle Ausbildungsabschlüsse und alle Ebenen im Berufsleben. Das ist ein gesunder Mix, in dem die Menschen ihre individuellen Stärken ausspielen und für sich und ihre Stadt das Beste erreichen können. Bildung aber fängt mit Frühförderung in Kindergärten und Kindertagesstätten an. Der Ausbau der Infrastruktur an Kindertageseinrichtungen zusammen mit Unternehmen, kirchlichen Trägern, Hochschulen und Vereinen ist deshalb für die Stadt eine zentrale Aufgabe. Schulen müssen modern ausgestattet sein. Innovative Lehr- und Lernformen sind zu ermöglichen und im Zusammenspiel mit Handwerk, Unternehmen und Hochschulen zu entwickeln. Es stehen unter anderem mit der neuen Schule am Fuchshof und mit der Sanierung/Umgestaltung des Bildungszentrums West Mammutaufgaben an. Zudem wird die Friedrich-von-Keller-Schule in Neckarweihingen renoviert. Hier müssen wir dranbleiben. Investitionen in Betreuung und Bildung sind zentral für diese Stadt. Dies gilt auch für die Bereiche Weiterbildung und Qualifizierung. Bildung ist entscheidend für gelingende Integration. Sprache und Bildung sind zentrale Integrationsfaktoren. Das zeigt sich weltweit, nicht nur in Ludwigsburg.

Ludwigsburg hat mit fünf Hochschulen ein unglaublich großes Potential, könnte aber noch besser vernetzt sein und das Bild einer Hochschulstadt nach innen und außen intensiver leben. Auch eine weitere Hochschule oder eine Erweiterung der bestehenden Bildungs- und Ausbildungsangebote um neue Studienangebote muss in Betracht gezogen werden. Ludwigsburg ist eben nicht nur Film- und Medienstadt, sondern auch eine Stadt des produzierenden Gewerbes, der innovativen wirtschaftlichen Ideen und des Mittelstandes. Dafür müssen wir mit Handwerk, Industrie- und Handelskammer und Hochschulen Lösungen finden. Mit neuen Studienangeboten am Standort oder mit Arbeitsplätzen, die Ludwigsburg für externe Absolventinnen und Absolventen attraktiv machen. Und Attraktivität endet nicht bei der akademischen Ausbildung, sie ist auch wichtig für Handwerk und Ausbildung in der freien Wirtschaft. Auch hier gilt es gute Lösungen für die Jugend der Stadt und ihre Ausbildung zu entwickeln.

Junge Menschen treiben aber heute nicht nur die wirtschaftliche Zukunft, sondern vielmehr die Bedrohung der Umwelt, der Klimawandel und der Schutz der natürlichen Ressourcen um. Junge Menschen fragen sich gerade Freitag für Freitag bei Demonstrationen, was ihnen die Zukunft bringen mag und welche Lebensqualität sie später noch haben werden. Dabei ist es wenig zielführend, die Generationen gegeneinander auszuspielen oder die Kritik am Schulschwänzen in den Vordergrund zu stellen. Die Schülerinnen und Schüler haben mit der Fridays for Future-Bewegung Aufmerksamkeit erregt und ihre Sorgen artikuliert. Nunmehr ist es an uns allen, den Schülerinnen und Schülern zuzuhören und zusammen mit ihnen, über den ersten Aufschrei hinaus, Lösungen zu entwickeln. Dabei kommt dem Ludwigsburger Jugendgemeinderat eine wichtige Bedeutung zu. Die Jugend und ihre Sorgen sollten wir ernst nehmen und gemeinsam handeln. In Sachen Betreuung müssen wir ausreichend Einrichtungen kommunaler, frei-gemeinnütziger und kommerzieller Träger in unserer Stadt bereitstellen. Hier kommt auch den Kirchen und Vereinen eine zentrale Rolle zu. Gute Lösungen kann die städtische Ebene nicht alleine auf den Weg bringen, aber auch wir können mit Betreuungskonzepten und besserer Vernetzung in der Stadtverwaltung unseren Anteil dazu beitragen. Zudem müssen wir die Einrichtungen angemessen fördern, die in unserer Stadt bereits Angebote bereitstellen oder neue Angebote ermöglichen wollen. Familien brauchen dringend verlässliche Angebote und Betreuungszeiten!

Sicherheit und Ordnung

Ludwigsburg ist ein Teil der über 2,7 Millionen Einwohner zählenden Region Stuttgart. Die Polizei spricht von einem „kriminalgeografischen Raum“. Hier kann es nicht nur Grün, mediterranes Lebensgefühl und gute Menschen geben. In der Stadt Ludwigsburg selbst liegen die Straftaten zwar in einem nicht sonderlich beunruhigenden Bereich. Doch Statistik und Sicherheitsgefühl der Bürger gehen oftmals weit auseinander. Bei vielen Menschen in Ludwigsburg ist der „Wohlfühlfaktor“ durchaus gestört, wenn sie an neuralgischen Punkten abends unterwegs sind. Sie fühlen sich nicht wohl an einigen Plätzen der Stadt, sei es am Bahnhof oder rund ums Solitudeparkhaus. Hier kann die Stadt durch den Kommunalen Ordnungsdienst einwirken und Präsenz zeigen in den so genannten Angsträumen. Wichtig ist mir auch, für Sauberkeit an solchen Orten zu sorgen und das Hausrecht notfalls auch wahrzunehmen, wenn zu sehr über die Stränge geschlagen wird. Es gilt dabei, den sogenannten „Broken-Window-Effekt“ zu vermeiden, wie die Polizei das intern nennt. Ist erst mal ein Platz heruntergekommen oder ein Fenster zerschlagen, wird es so weitergehen. Die Situation wird als Türöffner verstanden, sich anhaltend dort auszutoben. Hier gilt es, in der Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsspitze, Kommunalem Ordnungsdienst und Polizei im regelmäßigen Austausch zu sein. Wichtig ist es mir, an neuralgischen Punkten auch Sozialarbeiter und Streetworker einzusetzen. Gemeinsame Strategien, schnelles Reagieren und Handeln sowie eine ordnende Hand, wenn sie nötig ist und dennoch Bürgernähe und Zurückhaltung, wenn es angemessen ist, wären mein Vorgehen. Die Stadt der Zukunft ist für mich durchaus sichtbar. Dabei gibt es viele Themen. Besser ordnen muss die Stadt beispielsweise Teile des Straßenverkehrs. Gerade im Baustellenmanagement sehe ich hier noch deutliches Entwicklungspotential. Ludwigsburg liegt geografisch inmitten eines Ballungsraums, ganz in der Nähe von Autobahnen, die zu den meistbefahrenen in Deutschland gehören. Die Stadt wird zudem von einer viel befahrenen Bundesstraße durchschnitten und von vielen Ein- und Ausfallstraßen mit höchster Nutzungsdichte. Das Verkehrssystem ist an der Kapazitätsgrenze, vor allem morgens und abends. Kleinste Störungen wie Stadtreinigungsfahrzeuge in der Rush-Hour oder unkoordinierte städtische Baustellen können ein erhebliches Chaos auslösen. Nicht wenige Bürger wundern sich darüber, wie ich in meinen Gesprächsrunden erfahren habe, dass Straßenzüge innerhalb eines Jahres mehrfach aufgerissen werden, weil die Arbeiten nicht entsprechend koordiniert worden sind. Das ist ein Zustand, dem ich entgegenwirken möchte. Zu meinen Zielen gehört es deshalb, nicht nur Sicherheit und Ordnung in Ludwigsburg weiter zu optimieren, sondern auch Verkehrsführung, Baustellenmanagement und Reinigung auf den Straßen der Stadt nachhaltig zu verbessern.

Integration und Inklusion

In Ludwigsburg haben 21,8 Prozent der Bevölkerung laut offizieller Statistik eine andere Staatsangehörigkeit als die ihres Aufenthaltsstaates. Fast 43 Prozent der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Von absolut zentraler Bedeutung sind vor diesem Hintergrund das Thema Integration und auch der Umgang mit Migration und Flucht. Viele Menschen kommen jedes Jahr aus der ganzen Welt nach Ludwigsburg. Die meisten von ihnen sind an ehrlicher Integration interessiert. Für sie müssen wir uns weiter engagieren. Egal ob als Privatperson, als Verein, als Kirche oder als Kommune. Der Stadtverwaltung kommt hier eine bedeutende Rolle als Moderatorin und Vermittlerin zu. Sie muss die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger im Blick haben, aber eben auch für die Menschen ein gutes Leben ermöglichen, die neu bei uns sind. Dazu gehören in erster Linie Sprach- und Bildungsangebote, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten, gesellschaftliche und politische Partizipation sowie Förderung Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung. Wir alle müssen als Stadtgesellschaft dafür sorgen, dass die Menschen, die oftmals eine lange Flucht- und Leidenszeit hinter sich haben, oder solche, die hier aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen zum Beispiel im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit der Europäischen Union bei uns ein neues Leben anfangen, in Ludwigsburg Heimat finden. Auch hier gilt es, die Kräfte zu bündeln. Ich werbe für eine Stadt, in der die Menschen zuvorderst Miteinander und nicht übereinander reden. Dafür braucht es einen Geist des achtsamen Umgangs in dieser Stadt, für den ich stehen möchte. Integration ist mir in diesem Zusammenhang ein zentrales Anliegen.